Schweizer Sonderabfalltag vom 8. Juni 2021

Das Programm mit interessanten Themen steht. Wir freuen uns bereits jetzt, auf einen gelungenen Anlass mit zahlreichen Teilnehmer - sei es vor Ort in Olten oder virtuell von zu Hause.
 

Die Tagung ist eine der bedeutendsten Fachveranstaltungen im Bereich der Abfallwirtschaft in der Schweiz und wird jeweils von rund 180-200 Personen aus Behörden, Institutionen, Gewerbe und Industrie besuch.

Aktuelle Meldeungen aus dem Gefahrgutrecht

Eine Frage, mit der wir kürzlich konfrontiert wurden, führte zu einer diskutablen Antwort.

Folgender Sachverhalt: In einer Unternehmung werden kleine Mengen Gefahrgut und Sonderabfälle zu Fuss mit einem Handwagen zu anderen Bauten über öffentliche Strassen befördert. Unterstehen diese «Beförderungen» dem Gefahrgutrecht?

Grundsätzlich gibt es die Unterscheidung zwischen ADR und SDR betrachten. Im internationalen Verkehr sind solche Beförderungen (mit Handwagen) niemals dem Gefahrgutrecht unterstellt. Dort gelten als Fahrzeuge nur Motorfahrzeuge über 25 km/h mit mindestens vier Rädern und ihre Anhänger.

In der SDR wird im Art. 1 der Geltungsbereich erklärt, welcher auch andere «Transportmittel» einschliesst. Um zu erkennen, was (in der Schweiz) als Fahrzeug gilt, muss man einen Blick in die VTS (Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge) und die VRV (Verkehrsregeln-Verordnung) werfen. Dort sind die beschriebenen Handwagen aufgeführt. (VTS Art. 23 Handwagen, Tierfuhrwerke: «Handwagen», «Stosskarren» und «Handschlitten» sind Fahrzeuge ohne eigenen Antrieb, die von einer zu Fuss gehenden Person gezogen oder gestossen werden). Somit gelten nur «Beförderungen» zu Fuss ohne Handwagen als befreit von der SDR.

Nun gilt es zu überlegen welche Vorschriften bei der besagten Beförderung mit Handwagen tatsächlich gelten. Da solche «Beförderungen» in der SDR nicht weiter beschrieben werden, gilt das ADR. Grundsätzlich könnte bspw. die Freistellung nach 1.1.3.6 in Anspruch genommen werden. Das bedeutet, die Verpackung müsste geprüft sein und die Kennzeichnung dem ADR entsprechen. Dann braucht es einen 2kg Feuerlöscher und ein Beförderungspapier. Tatsächlich?

Das Beförderungspapier muss für jeden zur Beförderung aufgegeben Stoff bestimmte Informationen enthalten. Auch muss die errechnete Punktzahl pro Beförderungskategorie im Dokument aufgeführt werden. Wie in Kapitel 8.1 ADR erläutert, muss das Beförderungspapier in der Beförderungseinheit mitgeführt werden. Doch was ist eine Beförderungseinheit? Die Begriffsbestimmungen in Kapitel 1.2 ADR helfen weiter. Dort wird ausgeführt: «Beförderungseinheit: Ein Motorfahrzeug ohne Anhänger oder eine Einheit aus einem Motorfahrzeug mit Anhänger.» unser Handwagen ist zwar nach Schweizer Recht ein Fahrzeug aber sicher kein Motorfahrzeug. Das Beförderungspapier muss also ausgestellt, aber nicht mitgeführt werden …..?

Also muss mindestens der Feuerlöscher dabei sein. In 8.1.4.2 ist erwähnt: «Beförderungseinheiten, die gefährliche Güter gemäss Unterabschnitt 1.1.3.6 befördern, müssen mit mindestens einem tragbaren Feuerlöschgerät …. ausgerüstet sein.» also wieder die Beförderungseinheit welche ein Motorfahrzeug ist und kein Handwagen. Also braucht es auch keinen Feuerlöscher.

Die Liste liesse sich noch beliebig erweitern. Aus unserer Sicht ergibt diese Verschärfung der ADR Vorschriften in der Schweiz überhaupt keinen Sinn. Man dürfte gespannt auf eine Kontrolle der Kantonspolizei sein (denn die ist für den Vollzug verantwortlich). Wir werden uns dafür einsetzen, dass diese lächerliche, unnütze und letztendlich der Sicherheit wenig zuträgliche Verschärfung der Gefahrgutvorschriften in der Schweiz aufgehoben bzw. dem internationalen Recht angepasst wird.

Coronavirus (COVID-19) - Präsenzkurse wieder möglich

Mit dem Bundesratsbeschluss vom 14. April 2021 sind seit dem 19. April 2021 mit einigen Einschränkungen auch wieder alle Präsenzveranstaltungen in Bildungseinrichtungen ausserhalb der obligatorischen Schulen zulässig.

Wir freuen uns, dass wir die Seminare und Workshops wieder vor Ort in unserem Kursraum in Buchs durchführen können. Einige Kurse bieten wir weiterhin als sogenannte Hybridveranstaltungen an. Das bedeutet, als Teilnehmer/in können Sie auswählen, ob Sie unsere Angebote vor Ort oder online von zu Hause besuchen wollen. Für weitere Informationen können Sie sich gerne an unser Sekretariat wenden.

Das Kursangebot wird wie geplant fortgeführt. Die Kursdaten für das laufende Jahr finden Sie hier.

Wir freuen uns, Sie trotz der besonderen Situation in unseren Seminaren und Workshops willkommen zu heissen - sei es bei uns vor Ort in Buchs AG oder virtuell im Online-Kursraum.

Danke für das uns entgegengebrachte Vertrauen und bleiben Sie gesund!

Erfolgreiche Geschäftsübernahme der GEFAG AG

EcoServe International AG und GEFAG Gefahrgutausbildung und -Beratung AG bündeln ihre Kompetenzen. Durch die Zusammenlegung profitieren die Kunden von Knowhow-Zuwachs und verbesserter Koordination im Prüfungswesen.
 

Die GEFAG ist eine von wenigen vom UVEK (Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) anerkannten Prüfungsstellen für Gefahrgutbeauftragte. Durch die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen beiden Firmen können die personellen Ressourcen gebündelt und in Zukunft optimal eingesetzt werden. Ein weiterer Pluspunkt sieht EcoServe in der Koordination der Prüfungsabnahme, die sich dank der Kooperation einfacher organisieren lässt.